Turnende Vereine Wallisellen

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Dieser Beitrag ist vom 22. Juni 2008. Kategorien: Männerriege, Turnfeste.

Turnfest Studen, 20. – 22. Juni 2008


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Freitag: Ja, richtig gelesen, drei Tage werden von der Männerriege für dieses Fest reserviert. Und nein, nicht an jedem Tag sind wir auf dem Festgelände. Und wieder ja, wir erscheinen mit einer ansehnlichen Zahl von Teilnehmern (19 Wettkämpfer, 2 Kampfrichter, 1 Motivator), und nochmals nein, wir schlafen nicht im Zelt, sondern gediegen im Hotel.

Besammlung ist wie immer am Bahnhof. Bahnhof? Wo ist er denn? Da ist ja keiner mehr! Wir treffen uns trotzdem. Die Vorbereitungen aufs Turnfest waren umfangreich: Üben, trainieren, wiederholen mit Ueli, Didi und anderen Leitern, dazu alles Administrative, bravourös gemeistert und kommuniziert von Markus.

Um 11 Uhr erreichen wir die Busendstation in Studengrien. Der Marsch zum Hotel dauert lediglich 5 Minuten. Schon um halb ein Uhr sitzen wir gemütlich im Restaurant und genehmigen uns einen kleinen Imbiss. Marsch-Bus-Marsch-Schiff, dann sind wir in Ligerz, wo uns genau eine Viertelstunde bleibt, den Ort seriös und umfassend zu untersuchen, bevor wir die Standseilbahn entern und damit bis zur Zwischenstation Festiguet fahren. Hier werden wir von Rolf Teutsch empfangen, dem Besitzer des Weingutes. Er führt uns während der nächsten Stunden in die Geheimnisse des Weines ein, beginnend mit einem witzigen, interessanten, abwechslungsreichen, unterhaltenden Vortrag mitten in den Reben über Produktion und Verkauf. Ein phänomenaler Ausblick aufs Seeland mit Bielersee, Neuenburgersee, Voralpen und im Dunst die Alpen bietet sich unseren Blicken. Es ist ein paradiesischer Platz hier oben.

Im Weinkeller geht es weiter mit den Informationen und Sprüchen von Herrn Teutsch, nur unterbrochen vom Glasfassen und am Fass auffüllen lassen. Spruch gefällig? “Legt euer Geld in Alkohol an! Wo sonst gibt es 40%?” oder “Wenn es dir gut geht, mach dir keine Sorgen – das geht vorüber”. Die Degustation nimmt ihren Lauf, auf Weiss folgt Weiss, dann nochmals Weiss, darauf Rosé, Rot und Rot. Dazwischen gibt’s Häppchen von der Kalten Platte und weiterhin jede Menge Infos und Unterhaltung.

Punkt sechs Uhr sind wir am Bahnhof von Ligerz zur Rückfahrt ins Hotel bereit. Auch das Nachtessen hier klappt und ist vorzüglich. Fast jeder bestellt etwas anderes, und doch kommt fast alles gleichzeitig auf den Tisch, ohne dass wir vorher ungebührlich lange zu warten haben. Unsere Organisatoren haben eine ideale Wahl getroffen.

 

Samstag: Heute gilt es ernst. Wir besammeln uns vor dem Hotel Florida und marschieren los Richtung Festgelände, angeführt von Koni Geier als Fähnrich ad interim (= zwischenzeitlich, denn Peter Berta ist verhindert). Für den ersten Wettkampfteil fassen wir Nummern und montieren sie ans Vereinstenü. Nach der obligaten Fotosession (sonst bekommt man ja nie mehr alle vor die Linse) beginnt der Wettkampf mit den Disziplinen

  1. Rugby durch Reif (nicht mehr neu, Markus Näf hält den Ring ideal)
  2. Goba mit Tennisball (auch nicht mehr ganz neu, unsere Negativ-Paradedisziplin)
  3. Beachball übers Kreuz (neu, Kurt Schneider wirkt sehr elegant und wirkungsvoll)
  4. Rugbylauf (altbekannt und punktereich, Werni Sigg gibt Vollgas)
  5. Unihockey-Slalom (Beat und Chris mit Wunderläufen, leider als Resultat unerwartet gestrichen)
  6. Ballprellen über Leine (seit Jahren im Repertoire, Didi mit Köbi, Martin und Schämpel fahren viele Punkte ein)
  7. Korbball (neu und fehleranfällig, der Korb hängt einfach zu hoch!)

Nach erfolgreich abgeschlossenem Wettkampf mit Ergebnissen, die mal besser, mal weniger gut sind als im Training, fährt die erste Runde Bier ein. Verdient haben wir sie, bei dieser Hitze! Unser Präsi ist leider wegen einer Hochzeitseinladung verhindert, ansonsten aber sehr präsent als Sponsor – herzlichen Dank.

Nun geniessen wir das Turnfest in vollen Zügen. Wir teilen uns auf in kleinere Gruppen, denn die Interessen sind verschieden und sollen natürlich berücksichtigt werden. Das Ganze ist bestens organisiert, und das Berndeutsch, das jeweils aus den Lautsprechern kommt, ist äusserst sympathisch und heimelig.

Da sich unser Hotel nicht weit weg befindet, ist es naheliegend, dass wir die persönliche Säuberungsaktion dort durchführen. Alle sind wieder bereit, um das Essen im Festzelt zu fassen. Die Menüwahl ist Standard – es soll ja einfach herzustellen und warmzuhalten sein. Während des Essens ist die Musikband daran, ihren Soundcheck zu machen. Ohrenbetäubend ist erst der Vorname. Deshalb dislozieren wir in Gruppen ins Kaffee- oder ins Euro 08 – Zelt, wo man sich wenigstens unterhalten kann. Der Match Holland – Russland hat so grossen Unterhaltungswert, dass das Zelt total vollgestopft ist. Unser “Holländer” Chris leidet mit seiner Mannschaft mit, ergibt sich aber dann seinem Schicksal.

Hier werden nicht mehr die getrunkenen Bierflaschen aneinandergereiht, sondern die leeren Becher gestapelt und dann gezählt, denn Bier vom Fass ist hier das Hauptgetränk. Zum Glück ist das den jüngeren Semestern vorbehalten – wir sind aus diesem Alter heraus.

Die Rückkehr zur Herberge gestaltet sich individuell. Also so zwischendurch mal mit dem Zelt unterwegs zu sein hat zwar schon seinen Reiz, aber wir alle schätzen den Komfort eines schönen Hotelzimmers an diesen Turnfesttagen halt schon.

 

Sonntag: Der Morgen sieht uns auf der Hotelterrasse am Frühstücksbuffet unter dem Sonnenschirm. Einige von uns verabschieden sich mit diversen Begründungen (die gar nicht nötig wären, denn jeder ist für sich selbst verantwortlich). Wir Verbliebenen (mehr als die Hälfte) wappnen uns mit Hut, Sonnencreme und, wenn daran gedacht, mit Regenschirm (gegen die Sonnenstrahlung). Der Platz zuoberst auf der Tribüne entpuppt sich als gute Wahl fürs visuelle Verfolgen der Vorführungen und der Rangverkündigungen. Obwohl wir Erste sind in unserer Stärkeklasse, werden wir nicht aufgerufen. In den nächsten Tagen werden die Gründe für diese Unterlassung gesucht. Auch wenn wir Erste und zugleich Einzige in dieser Klasse sind, bleiben wir Erste. Wir können ja nichts dafür, dass alle anderen der gleichen Klasse vielleicht unsertwegen Reissaus genommen haben (gewagte Behauptung des Schreibers).

Das Schauprogramm gefällt uns, und die abschliessende Seelandstafette vermag nochmals sämtliche Emotionen zu entfachen – sie ist wirklich sehr spannend.

Die letzten Stationen dieses Festes sind: Marsch zum Bahnhof, Umsteigen in Bern und Zürich, Ankunft in Wallisellen und herzlicher Empfang durch viele Ehefrauen. Dank an alle, die dieses schöne Fest ermöglicht und uns unfallfrei wieder nach Hause gebracht haben.

Jürg Deller

P.S. Das traditionelle Wurstbraten, organisiert von Klaus, Peter und Karl, wurde unter idealen Wetterbedingungen durchgeführt. EURO 08 hin oder her, eine grosse Zahl von Rieglern nahm daran teil und genoss den milden Abend im Gespräch mit Gleichgesinnten.

Telegramm: Nachtrag zum Turnfest

Siegerehrung am Turnfest verwehrt stop Reklamation bei den Verantwortlichen stop Entschuldigung der Verantwortlichen fürs Versehen, Begründung desselben und Bestätigung des ersten Platzes in der Stärkeklasse stop Nachsenden der Ehrungsgegenstände (Kranz und Medaille) stop Nachträglich inszenierte Ehrungs-Zeremonie am 9. Juli 2008 im Beisein von Fahnenträgerersatz (Koni Geier) und Ersatz von Fahnenträgerersatz (Karl Pfister), Präsident der Männerriege (Ruedi Fischer), Fotograf/Berichterstatter (allen zur Genüge bekannt) und allen Turnwilligen an diesem Mittwochabend stop Anschliessend normaler Turnbetrieb mit Beizbesuch (Frieden, nomen est omen) stop.

Jürg Deller

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